Masuren 2018

Hier könnt Ihr eure Urlaubsberichte einstellen
Antworten
Benutzeravatar
uwe2855
Beiträge: 246
Registriert: 24.03.2007, 23:05
Meine Gewässer: Bevertalsperre in Hückeswagen, schon mal der Sorpesee
Wohnort: Hückeswagen
Germany

Masuren 2018

Beitrag von uwe2855 » 30.06.2018, 12:14

Masuren 2018

Auch in diesem Jahr bereisten wir, meine Frau und ich, mit unserem Wohnwagen Polen. Es ist immer noch ein herrliches Urlaubsland mit fantastischer Natur. Insbesondere Masuren mit seinen vielen Seen hat davon reichlich zu bieten.
Ende Mai sind wir gestartet. Mit direktem Weg nach dem etwa 1300km entfernten Masuren zu einem Campingplatz, welchen wir bereits seit vielen Jahren kennen. Direkt an einem See gelegen, inmitten von Natur pur. Stechmücken und sonstige blutsaugende Insekten muss man dabei besonders in den Abendstunden natürlich in Kauf nehmen aber es gibt Abwehrmittel die wirksam helfen.
Rohrdommel, Kuckuck und Pirol hört man den ganzen Tag. Mit etwas Glück sieht man sie auch, genau wie die Seeadler. Störche und Kraniche sieht man eigentlich immer.
Elche ziehen in der Dämmerung und nachts an den Ufern im Schilf entlang wie man an den Spuren deutlich erkennen kann. Sie zu sehen ist ebenfalls Glücksache. Eher hört man sie durchs Wasser laufen.
In diesem Jahr sollte für mich ein mehrtägiger Angelurlaub eingeschlossen werden. Mache ich sonst eigentlich nicht, da sich die Ehefrau sonst langweilt.
Schnell und unbürokratisch eine 2-wöchige Angellizenz besorgt, ein Boot hatte ich am See zur Verfügung und los gings. Eine Tiefenkarte gab es nicht, also erst einmal mit dem Echolot in dem großen See die Fische suchen. Kleine Maränen waren meine Zielfische. Alles über mehrere Stunden zwischen 12 und 30m abgesucht und nichts gefunden. Keine, bzw nur ganz wenige, einzelne Fische.
Eher aus Langeweile habe ich dann in den Barschschwärmen in 3 bis 5m mit der Hegene geangelt um zumindest ein paar halbstarke Barsche zu fangen. Das hatte natürlich funktioniert und ein Abendessen war somit gesichert. Auf dem Rückweg, kurz vor dem Bootssteg, sah ich plötzlich und unerwartet in etwa 16m Fische auf dem Echolot. Dicht gepackte und 2m hohe Schwärme. Nur blieb mir keine Zeit mehr um es dort noch zu versuchen.
Am Ufer dann die Barsche filetiert und in die grätenfreien Filets in die Kühlung gelegt. Übrigens ist die Entsorgung der Fischabfälle dort kein Problem. Man wirft alles ins flache Wasser und der Storch kommt morgens und abends regelmäßig vorbei um nachzusehen ob was zu holen ist und sammelt alles ein.
Zwei Tage später hatte ich die Stelle mit den Schwärmen wieder aufgesucht, das Boot mit 2 Ankern in 17m festgesetzt und die Hegene herabgelassen. Sofort hatte ich Bisse und nach wenigen Minuten waren die ersten Fische im Boot. Meine Zielfische, Kleine Maränen. Nach etwa 3 Stunden hatte ich das Angeln eingestellt. Es war sonnig und sehr warm. Luft 29° und Wasser fast 24° und es wurde Zeit die Fische zu versorgen. Das Fangergebnis konnte sich sehen lassen, 41 Kleine Maränen waren das Endergebnis. Die einheimischen Angler konnten es gar nicht fassen. Man isst die Fische dort zwar sehr gerne, aber sie zu beangeln kennt man überhaupt nicht. Man kauft sie bei den Fischern der sie mit Netzen fängt. Und Netze sieht man reichlich.
Die gefangen Fische hatte ich dann gesäubert und zu einem dortigen Langzeitcamper gebracht der sie räuchern wollte. Man hilft sich untereinander wo man kann. Er hatte sie gleich eingesalzen und am nächsten morgen, bereits um 5 Uhr, geräuchert. Das hatte er wirklich ausgezeichnet gemacht, echt lecker die kleinen Fische.
Nach dem Frühstück wieder zu dieser Stelle. Dieser Tag war noch besser. In „meinem“ Boot hatte ich einen anderen Camper, einen absoluten Neuling im Angeln. Trotzdem brachten wir insgesamt 68 Kleine Maränen in 3,5 Stunden ins Boot. Auch diese Fische wurden geräuchert. Natürlich wurden die Fische unter uns Campern verteilt und alle waren begeistert von der geräucherten Delikatesse. Man hilft untereinander, man teilt aber auch.
Wieder 2 Tage später an gleicher Stelle nur noch ganz wenige Fische. Auch an diesem Tag hatte ich einen anderen Camper, eher ein Norwegenangler, im Boot. Er war extra noch einen Tag länger geblieben nur um mit mir zu angeln. Es war sehr mühsam und so bekamen wir auch „nur“ 11 Stück ins Boot. Er hat sie alle mitgenommen um sie in der Pfanne zu braten. Kennt man in Masuren in fast jedem Restaurant.
Wieder ein paar Tage später waren an meiner Stelle gar keine Fische mehr zu finden. Also erneut gesucht. Fündig wurde ich in einer Tiefe von etwa 21m. Dort waren an bestimmten Stellen die Echos zu erkennen wie ich sie sonst auch kenne. Ganz knapp über Grund. Also dort geankert und die Hegene herabgelassen. Genau wie bei bei uns gab es dann diese feinen, kurze Bisse und es war wirklich mühsam ein paar Fische zu fangen zumal ich öfters die Stelle wechseln musste.
An meinem letzten Angeltag war ich mit einem Einheimischen auf dem See. Es hieß erneut wieder Fische suchen, denn in 21m war kaum noch Fisch zu sehen. In 22,5m haben wir noch einige Kleine Maränen fangen können. Aber immerhin noch genug für ein Abendessen ihn und seine Frau.
Übrigens hatten wir Zwischendurch ein gemeinsames Abendessen mit einem einheimischen Ehepaar und einem weiteren befreundetem Ehepaar aus Deutschland, ebenfalls Camper. Es gab die Barschfilets mit Käse überbacken, Kleine Maränen und weitere, selbst hergestellte einheimische Delikatessen. Alles unglaublich lecker und dazu noch leckeres Bier und natürlich Wodka und andere einheimische geistige Getränke. Ein rundum gelungener langer Abend in freier Natur den man nie vergisst.

Fazit:

Bei den 6 Angelausflügen sind von mir und meinen“Gästen“ insgesamt 133 Kleine Maränen gefangen worden. Eigentlich hätte ich sie in der beigefügten Fangstatistik aufführen müssen. Hab ich aber nicht, hätte mir ja eh keiner geglaubt. Bis auf die halbstarken Barsche habe ich sonst auch keine anderen Fische gefangen. Doch, noch ein paar kleine Kaulbarsche als Beifang. Die kennt man dort auch nicht weil sie in einer Tiefe stehen, ab 20m, wo niemand angelt. Man angelt in diesen Seen an der Schilfkante auf Rotfedern, Rotaugen und kleinere Barsche oder schleppt auf Hecht.
Auf andere Fische zu angeln lohnt sich dort bestimmt, nur bedarf es dazu noch mehr Zeit die ich im Urlaub mit meiner Frau nicht habe.
Hegenenangeln ist in Masuren völlig unbekannt. Na ja, nun vielleicht nicht mehr. Habe ich doch sehr viel erklären müssen und gezeigt wie es gehen kann. Meine fängigen Hegenen hab ich auch da gelassen. Hauptsächlich schwarze Muster und mit dunkler Perle waren sie die Besten.
Wer hinfahren und es probieren möchte sollte aber die komplette Ausrüstung mitbringen. Selbst Ankerleinen in reichlicher Länge kennt man dort nicht.

Pilze und Beeren gab es in diesem Jahr wegen der langen Trockenheit leider nicht. Dazu war es fast immer sonnig, sehr warm aber auch oftmals sehr windig was das Bootsangeln erschwerte oder sogar manchmal unmöglich machte. Daher nur die wenigen, wenn auch erfolgreichen Ausflüge.

Fotos werden noch nachgereicht. Ich warte noch auf Bilder welche andere Camper und Einheimische gemacht haben. Ich suche die Besten heraus um diese dann einzustellen.
Versprochen.

Bis dann

Uwe
Phantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt. (A. Einstein)

Benutzeravatar
pebecke
Administrator
Beiträge: 929
Registriert: 15.06.2014, 13:53
Meine Gewässer: Zürichsee
Switzerland

Re: Masuren 2018

Beitrag von pebecke » 30.06.2018, 16:22

Danke für den Bericht,
Wir sind am Planen für nächstes Jahr, (Polen Rundreise von mehreren Wochen)dies wird sicher berücksichtigt.
Meine Frau Polin, ich selber 6 Jahre in Polen gelebt und doch nur einmal kurz und bei Regen, in den Masuren gewesen.
Petri Heil und Gruss Peter

Benutzeravatar
vatas-sohn
Beiträge: 181
Registriert: 14.06.2012, 21:34
Meine Gewässer: Havel, Ostsee und der ganze Osten Deutschlands
Germany

Re: Masuren 2018

Beitrag von vatas-sohn » 03.07.2018, 20:17

Oh danke für diesen schönen Bericht! :up: Ich selbst war vor einer gefühlten Ewigkeit in Masuren, in der Nähe von Elk. Sehr schön dort, freundliche Leute und unsere alten Auto`s wollte (leider) auch keiner haben- trotz demonstrativ steckengelassenem Zündschlüssel! :lol: Ich denke, daß wir nach Deinem Bericht darüber nochmal nachdenken sollten...
Wo warst Du denn genau?
Grüße aus Brandenburg an der Havel! :hiding:

Ron

Benutzeravatar
Siggi1949
Beiträge: 149
Registriert: 26.10.2015, 15:51
Meine Gewässer: 3 Baggerseen in Köln
Wohnort: Gummersbach, Nähe Köln
Kontaktdaten:
Germany

Re: Masuren 2018

Beitrag von Siggi1949 » 03.07.2018, 20:48

Uwe,
toller Bericht und super Fangergebnisse, ich glaube, ein bischen beneide ich Dich, mein Freund.
Ich denke mal, zum Felchenfangen brauchst nun aber dort aber nicht mehr hinfahren, wo Du doch den Einheimischen gezeigt hast,
wie es geht.
Ich wäre ja froh, wenn ich endlich mal wieder auf unseren Vereinsbaggersee komme. vorige Woche war ich dort (Du kennst ihn ja, in Köln-Dellbrück),
was soll ich sagen, wochenlange Trockenheit, aber der Tümpel hatte einen Wasserstand, daß ich garnicht an die Boote kam (höchstens ohne Hose).
Gruß Siggi

Gib Alles und man wird es nehmen.

Antworten