Fischer vs. Fischer

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pebecke
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Fischer vs. Fischer

Beitrag von pebecke » 31.03.2018, 07:49

Fischer vs. Fischer

Immer wieder leidige Diskussionen, wer ist der böse Fischer und wer ist der Gute.

Uferfischer zu Bootsfischer, Schleppfischer zu Felchenfischer, Wochenendfischer zu Rentnern,
einfach leidig. Die einen klagen die anderen an, dass sie zu nah an den Stellen mit dem Boot stehen, wo auch die Uferfischer stehen,
den anderen ist es ein Dorn im Auge das die Felchenfischer zu viele Fische fangen.
Die «noch» Berufstätigen werfen den Rentnern vor die Fische zu verkaufen und zu viel zu entnehmen.
Auch wir «Wochenendfischer» werden einmal Rentner und sicherlich werden auch wir dann mehr auf dem See sein.
Natürlich, in guten Zeiten jeden Tag 5 Hechte und 10 Felchen ist schon eine Summe, dazu noch, was weis ich 50 Eglis?
Hmm, es ist doch schon immer so, das die Rentner ( zu Recht) mehr auf dem See sind.
Dennoch hat sich der Hechtbestand verbessert, wir Hobbyfischer fangen in den letzten 2-3 Jahren Felchen wie verrückt.
Sogar die im Bestand als gefährdete Seeforelle, die aktiv befischt wird zeigt steigende Bestandszahlen, wenn auch mit starken Besatzmassnamen.
(Fangzahlen sind übertrieben und dem Maximum angepasst)

Thema Fangzahlen und Verwertung
Nicht nur die Felchenfischer mit genehmigten 10 Fischen pro Tag, nein sondern auch die Eglifischer, mit genehmigten 50 Fischen pro Tag,
können Zeitweise diese Tageslimite nach Hause schleppen.
Auch Hechtfischer können in den letzten Jahren nicht klagen was die Fangzahlen angeht, was die Statistik beweist.
Also was machen mit dem Fisch? Die meisten Fischerkollegen die ich kenne, verschenken die Fische die sie nicht
für den Eigenbedarf fangen weiter. Logisch das keiner 5-10 Hechte in der Woche isst, genauso wenig wie 50 – 100 Egliknusperli
oder 20 Felchen. Doch jeder hat Bekannte, sei es Vereinskollegen, alte ehemalige Fischer die nicht mehr raus gehen,
Verwandtschaft und viele mehr, die dankbar für Fisch sind. Ich persönlich kenne keinen einzigen der Fisch verkauft.
Nun kommt noch ein weiterer Faktor dazu: Wenn die Berufsfischer immer weniger fangen, wer übernimmt dann
die Versorgung der Nichtfischer mit frischem Fisch? Oder sollen nur noch Hobbyfischer frischen Fisch essen dürfen?
Auch da sollten wir uns doch einmal Gedanken dazu machen, anstelle immer gleich loszuschimpfen. Vor allem,
da die Fangzahlen für uns Hobbyfischer ja immer noch sehr gut sind.

Ökologie und Nachhaltigkeit
Die Fangzahlbeschränkungen sind von Behördlicher Seite überprüft und für richtig und nicht bestandsgefährdend
eingestuft und genehmigt worden. Da werden die Biomasse Fisch, Anzahl Fischer so wie Statistiken der letzten Jahre
berücksichtigt. Dies gilt für alle Fischarten die wir fangen dürfen.
Also sind auch die Entnahme von 3 Seeforellen, 5 Hechten, 50 Eglis und 10 Felchen etc. zu vertreten.
Aber auch diese müssen zuerst einmal gefangen werden.
Die Besatzdichte der einzelnen Fischarten ist Naturbedingt und auch durch Besatzmassnahmen sehr unterschiedlich.
Raubfische wie Hecht, Seeforelle und Wels sind immer in der Minderzahl, wie die «Futterfische» Felchen, Schwalen evtl.
noch der Egli der beides darstellt. Dadurch werden auch mehr dieser Fische gefangen, und verwertet.
Das Forellenfischer, Tagelang oder gar Wochenlang erfolglos auf dem See umherfahren, zig Liter Benzin verfahren,
bis Sie endlich eine Seeforelle am Haken haben, ist natürlich auch bedingt von der geringen Bestandsdichte, die noch im Aufbau ist.

Appel
Da wir doch alle das gleiche Hobby haben, das Fischen, egal in welcher Form, sollten wir doch an einem Strang ziehen,
anstelle uns gegenseitig selber zu verurteilen und zu beschuldigen.
Die meisten Fischer die ich kenne, fischen auf mehrere Fischarten, Felchen, Egli, Hecht usw.

Besser ist doch generell darauf zu achten, wie ich mit dem Lebewesen Fisch umgehe. Bei Untermassigen
die Hände anfeuchten vor dem anfassen, schonendes zurücksetzen. Sauberes Abschlagen und Ausbluten lassen.
Fisch gut gekühlt versorgen.
Nicht zuletzt die Fangstatistik ordentlich und korrekt ausfüllen.
Petri Heil und Gruss Peter

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Re: Fischer vs. Fischer

Beitrag von vatas-sohn » 31.03.2018, 08:04

Sehr sehr gut geschrieben Peter! :thanks:
Grüße aus Brandenburg an der Havel! :hiding:

Ron

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Re: Fischer vs. Fischer

Beitrag von Werni » 31.03.2018, 09:56

Hoi Peter

Sehr gut geschrieben, Ich gebe dir fast in allem Recht.
Aber, dass Rentner mehr Zeit haben um zu fischen ist mindestens in meinem Fall nicht wahr. Ich arbeite jedoch daran und hoffe auf bessere Zeiten, habe halt einfach zu viele Hobbys.
Gruss Werni

Felchenfischen ist super!

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Re: Fischer vs. Fischer

Beitrag von Nymphäschüttlär » 31.03.2018, 19:14

Hoi Peter,

schliesse mich deinen Worten voll und ganz an.

Gruss Christian

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Re: Fischer vs. Fischer

Beitrag von jochen68 » 31.03.2018, 19:25

Ja Peter,

... da sagst du was! Der (Fang-) Neid ist eine schlimme und zerstörerische Untugend. Es gibt aber halt auch in jeder gesellschaftlichen Gruppierung viele sehr nette Leute und auch immer einige Axxxxlxcher. Durch die "neuen Medien" wirkt das alles eventuell überauffällig, da sich ja die Meckerer auch online nicht mehr zurückhalten, sondern öffentlich pöbeln und giften.

Umso entspannter geht es doch hier im FF zu, finde ich und dass sollte auch so bleiben. Deshalb fühle ich mich hier sehr wohl, im Gegensatz zu anderen Foren, wo man nicht mal mehr ein Fangfoto posten kann, ohne von irgendeiner Seite angefrotzelt zu werden ;-)

Montag geht es auch für mich wieder auf den See. Da freue ich mich schon drauf angesichts der vielen Fangmeldungen hier ...

LG an alle und noch viele schöne Osterfelchen 8) 8) 8)

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Re: Fischer vs. Fischer

Beitrag von Rockhard » 01.04.2018, 14:24

Hallo Peter,

erwacht aus dem Winterschlaf, finde ich deinen Bericht sehr gut geschrieben und richtig. Ich hoffe, dass die neuen Medien auch etwas Positives mit sich bringen: die Sensibilisierung der (neuen) Fischer auf die Natur und auf unser Verhalten am Gewässer. Nur so können wir die Bestände erhalten und vermeiden (noch) grösseren Neid und Missgunst untereinander und mit nichtfischenden Umweltschützern.

Petri-Gruss,
Richi

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Re: Fischer vs. Fischer

Beitrag von BeO82 » 01.04.2018, 17:07

Hallo zäme

Ich möchte euch hier ein Zitat reinstellen welches ich von Fischerkollegen erhalten habe:

"Wir Fischer sollten mehr zueinander schauen, anstatt aus Neid Steine in den Weg legen."

Das ist die richtige Einstellung und passt auch zum Bericht von Peter.

Petri Gruss

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Re: Fischer vs. Fischer

Beitrag von uwe2855 » 01.04.2018, 20:56

Wahre Worte von Peter.
Leider entsprechen seine Vorstellungen nicht der Realität. Neid und Missgunst unter den Anglern war, ist und bleibt unser gemeinsames Problem. Ich kenne die Situation in der Schweiz nicht aber hier in dem „großen Kanton“ empfinde ich die Diskussionen teils als unerträglich. Jeder Verfechter seiner Angelart findet seine Methoden richtiger als die verwerfliche Angelart des Anderen. Ich kenne solche extremistischen Auswüchse aus eigener Erfahrung. Ich will hier keine Details anführen aber ich bin froh schon seit über 11 Jahren hier im Forum meine Fangberichte einstellen zu dürfen ohne das ich anschließend Sprüche zu lesen bekomme über zu viele, zu kleine -, zu große Fische, gehört zurückgesetzt oder Ähnliches. Es ist und bleibt auch das einzige Forum in welchem ich Bilder einstelle.
Ich habe auch kein Problem damit Tipps oder Ratschläge zu geben, denn ich habe keine Sorge das mir jemand auch nur einen einzigen Fisch wegfängt. Das gilt für alle Fischarten, wie neben den Coregeonen z. B. auch Barsche, Zander, Hechte und diverse Weißfische. Durch gegebene Tipps fange ich nicht weniger. Im Gegenteil, durch eine vernünftige und sachliche Kommunikation untereinander erfährt man auch selber manchmal gute Ratschläge.
In welcher Menge oder wie jeder seine Fische fängt, ob er sie zurücksetzt oder wie er sie sinnvoll verwertet bleibt jedem selbst überlassen. Vorausgesetzt natürlich das alles im gesetzlichen Rahmen bleibt. Meine Meinung.

Daher unterstütze ich den Appell von Peter an alle Angler:

Da wir doch alle das gleiche Hobby haben, das Fischen, egal in welcher Form, sollten wir doch alle an einem Strang ziehen, anstelle uns gegenseitig zu verurteilen und zu beschuldigen.

Ergänzend möchte ich hinzufügen das wir alle ein gemeinsames Ziel haben. Nämlich einen gesunden, ausgewogenen Fischbestand in unseren Seen und Flüssen und das uns unser gemeinsames Hobby in herrlicher Natur auch in Zukunft erhalten bleibt.

In diesem Sinne
Uwe
Phantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt. (A. Einstein)

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Re: Fischer vs. Fischer

Beitrag von pebecke » 01.04.2018, 21:07

Das wir hier im Forum so bleiben solange ich es unter meinen Fittichen habe.
War aber auch vorher immer so gehalten.
Beiträge die andere verletzen, oder schlecht machen, werden kommentarlos gelöscht, und der Benutzer verwarnt.
Im Wiederholungsfall sogar der Benutzer gesperrt. :lcop:

Ich finde es schön, das hier alle frei ihre Meinung äußern dürfen solange es freundlich bleibt.
Ich möchte mich bei euch allen bedanken dafür.
Petri Heil und Gruss Peter

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Re: Fischer vs. Fischer

Beitrag von vatas-sohn » 02.04.2018, 09:52

pebecke hat geschrieben:
01.04.2018, 21:07
...Ich finde es schön, das hier alle frei ihre Meinung äußern dürfen solange es freundlich bleibt. ...
DAS ist etwas, was ich in diesem Forum so Klasse finde! :up: Was da in anderen Foren gepöbelt, beleidigt und gehetzt wird, geht auf keine Kuhhaut. Bei uns im Kayak-Angelforum achten wir Mod`s auch sehr darauf- mittlerweile fast ein Selbstläufer... (Wenn ich den Link hier nicht posten darf, dann bitte einfach löschen!) Ansonsten kenne ich leider kein Forum, wo es so freundlich, kollegial und gesittet zugeht- leider.
Grüße aus Brandenburg an der Havel! :hiding:

Ron

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